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Auf der Brücke zum Morgen

19. 12. 2002 -

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Heute ist wieder mal ein schöner Tag in dieser sonst trüben und dunklen Jahreszeit, ein Grund zur Freude, weil es sonst nicht so einfach ist sich in diesen Zeiten gesund und guten Mutes zu halten. Die übliche Kälte, Feuchtigkeit und Mangel an Licht lassen die Schwierigkeiten unserer Leben grösser erscheinen und die Frueden und Hoffnungen verblassen. Um das bewahren der Hoffnung auch in den dunklen Zeiten soll es uns heute gehen.
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In einer Stadt wie Prag gibt es doch viele Gelegenheiten etwas gegen die depressive Stimung zu tun - es gibt viele Lichter, viele warme und gemütliche Orte, viele Möglichkeiten sich auf Weihnachten durch Einkäufe zu vorbereiten, eine Unterhaltung zu finden, etwas für die Gesundheit zu machen.
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Wir haben in letzten paar Tagen bei der Tagung der Ökumenischen Akademie Auf der Brücke zum Morgen - Staderkundungen im alten neuen Prag - untersucht wie sich die Stad nach der Wende verändert hat - sicherlich gehört dazu mehr Farbe und Licht, viel mehr Angebot an Ware, an Gedanken an Lebensmöglichkeiten, auch mehr Geld aber auch grössere Unterschiede und wohl auch mehr Einsamkeit, ganz neu die Obdachlosen, die Ausgeschlossenen. Es ist schwer zu sagen ob diese ganze Entwicklung eher positiv oder eher negativ ist.
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Es ist auch schwer zu sagen wer dabei Glücklich geworden ist.
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Für die sogennanten Gewinner, die auf verschiedene Weise hier reich geworden sind, gibt es so viele Möglichkeiten, die ein Mensch nie auszuschöpfen vermag, dazu ist das Leben zu kurz, die Zeit rennt zu schnell, immer gibt es noch andere und vielleicht bessere Möglichkeiten des Genusses, der Vermehrung des Gewines. Das hastige Herumschauen nach neuen Chancen ist vieleicht typisch - aber kein Zeichen des Glücks.
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Es gibt auch die Verlierer, die sich mit gesenktem Kopf vom einem Tag zum anderen mit wenig Hoffnung auf eine Veränderung schleppen - weil sie schon zu alt, oder nicht kvalifiziert oder nicht stark genug sind. Und es gibt auch sollche die es schon aufgegeben haben und auf das Ende warten oder aktiv selbstzerstörerisch sind, darunter nicht wenige junge Menschen.
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Und dazwischen die Mehrheit der es mal so, mal so geht. Mit alltäglichen Sorgen und Freuden - bemühen wir uns unsere Leben schön und gut gestalleten. Oft müssen wir erfahren, dass unseres Schicksal durch grössere Kräfte als es die unseren sind, bestimmt wird. Ein Beispiel in Prag in jüngster Zeit ist das Hochwasser im Sommer, das tausenden Familien ihre Existenz sehr schwer gemacht hat.
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Wenn wir die Zeitung öffnen oder Fehrnsehnnachrichten anschalten, gibt es dort fast keine andere Berichte als über Katastrofen, über leidende oder getötete Menschen. Wir leben in dunklen Zeiten. Wir leben in der Furcht, was alles noch kommt, wo der Krieg ausbricht, was unsere Kinder erleben werden, wie es mit der schönen Schöpfung Gottes wird. Auch wenn wir versuchen die Bedrohungen nicht zu sehen, ist das nicht möglich. Und wieder können wir grübeln ob die Zeiten besser oder schlechter sind als früher, es scheint eher so, als ob die Zeiten für den grösten Teil der Menschen schon immer schlim genug gewesen sind. Wir merken es, wie die apokalyptischen Texte der Bibel, von denen wir einen kleinen Teil gelesen haben, aktuell klingen. Obwohl die Sprache mythisch ist, können wir sehr gut die Ängste damaliger Menschen nachempfinden. Und wir wissen auch, dass wir vielleicht auch ihre Hoffnungen zu teilen können. Nun die Hoffnung ist so eine zarte Blume, dass wier es immer wieder neu lernen müssen.
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Wie wird das gemacht, angesichts der Mächte, die das Leben bedrohen und zerstören, nicht durch Angst gelähmt, nicht durch Verdrängung geblendet aber furchtlos, wachsam, sensibel und hoffnungsvoll das Leben zu meistern? Wie können wir die neue Haltung gewinen? Kein gieriges oder ängstliches herumschauen, kein gesenkter Kopf und starer Blick - sonder aufgererchter Gang und erhobener Kopf. Wie finden wir Zukunft dort wo Zukunft zur Mangelwere geworden ist?
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Sicher ist das die Sache des Glaubens. Die Folge des Advents, des Kommen Gottes in die Welt. Jesus ist das Tor dieses neuen Menschseins, er hat für uns das furchtlose, solidarische, befreinde und liebende Lebensweise vorgelebt. Durch ihn den Sohn Gottes, können auch wir in seiner Nachfolge als Kinder Gottes leben. Das dankbare Bewustsein des vom Gott geschenkten Lebens lehrt uns Ehrfurcht vor jedem Leben. Die geschenkte Freiheit führt uns zur Verantwortung für unseres Leben und zur Erfurcht vor der Würde jedes Menschen.
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Die Erlösung ist nah - es besthet die unmögliche Möglichkeit selbst in unmenschlichen Umständen menschlich leben, auch am Ende öffnet Gott eine Hoffnung, die auch wenn wir es nicht verstehen, auch hier schon das Leben verändert.
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Wie diese innere Einstelung, die Glaubenshaltung durch Körperstellug beschrieben und manifestiert wird, wird die Hoffnung, die Zukunftserwartung durch das Tun einerseits offenbart andererseits unterstützt. Das heist wir können keine Hoffnung als Vorrat behalten - die bekommen wir Tag für Tag um für die Zukunft, gegen die Mächte, die das Leben bedrohen zusammen mit anderen zu arbeiten. Die Adventszeit ist sicher eine gute Gelegenheit sich gegenseitig in dieser Hoffnung zu stärken - und in diesem Sinne wünsche ich uns gesegnete Adventszeit.
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Predigt am 8. Dezember 2002 in der Prager evangelischen Kirche St. Maritn in der Mauer, bei der Tagung der Ekumenischen akademie und der Evangelischen akademie Meissen &bdquo;Auf der Brücke zum Morgen&ldquo;
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